Cornelia Haag

Umweltminister Franz Untersteller informiert sich in Ettlingen zum Stand des Pilotprojekts

Ist der Kanal noch intakt?

Damit Abwasser ordnungsgemäß zur Kläranlage fließen kann, bedarf es einer Vielzahl unterirdischer Kanäle – und zwar sowohl auf Gemeindegebiet als auch auf privaten Grundstücken. Wie es in Baden-Württemberg um diese Kanäle mit einer geschätzten Gesamtlänge von 150.000 Kilometer bestellt ist und wie hoch der Sanierungsbedarf einzuschätzen ist, wird derzeit im Rahmen eines Pilotprojekts des Umweltministeriums erforscht. Umweltminister Franz Untersteller informierte sich jetzt in Ettlingen über den Stand der Untersuchungen.

In den drei beteiligten Kommunen Stockach, Blaustein und Ettlingen werden jeweils rund 20 private Projektteilnehmende gefördert, deren Grundstücke und Häuser in Wasserschutzgebieten der Zone II oder III liegen. Das Land übernimmt in diesen Fällen die Kosten für die Kanalinspektionen und die erforderlichen Ingenieurleistungen. Wenn dabei Schäden festgestellt werden, die beseitigt werden müssen, gibt es einen Zuschuss von 50 Prozent zu den Sanierungskosten, maximal 5000 Euro pro Grundstück.

Nach der Auswahl der freiwilligen Projektteilnehmer wurden die Abwasseranlagen der entsprechenden Grundstücke durch eine Fachfirma mit Kameratechnik inspiziert. Dabei wurden rund 1,2 Kilometer Rohrleitungen befahren. Das Ergebnis spiegelt sowohl das fortgeschrittene Alter der Leitungen als auch Schlampereien bei der ursprünglichen Installation wider: Insgesamt wurden bei etwa zwei Drittel der privaten Abwasserleitungen mittlere, starke und sehr starke Mängel festgestellt. Zu den typischen Schadensbildern gehören Wurzeln, die in die Kanäle eingewachsen sind, ferner Ablagerungen, beim Einbau zurückrückgelassener Bauschutt, Versinterungen, Inkrustationen, Risse und versetzte Rohre. Zudem waren die Leitungen verhältnismäßig häufig auch nicht ordnungsgemäß an die Kanalisation angeschlossen.

Nun wird in Ettlingen der nächste Schritt des Projekts eingeleitet: die Sanierung der Schäden. Auch dies soll in enger Zusammenarbeit mit der Kommune und dem am Projekt beteiligten Ingenieurbüro Dörschel geschehen. Für Umweltminister Untersteller sind die bisherigen Ergebnisse des Modellprojekts ein klarer Beweis dafür, „dass dies ein Riesenthema ist, mit dem wir uns befassen müssen.“ In das bis Ende 2022 terminierte Projekt eingebunden ist auch der baden-württembergische DWA-Landesverband. Für dessen Geschäftsführer André Hildebrand ist das Modellprojekt eine wichtige Voraussetzung, pragmatische und akzeptable Lösungen für die Fortschreibung der Verordnungen zur Abwasserentsorgung auf privatem Gelände zu erarbeiten. Sein Fazit: „Da sind wir auf einem guten Weg.“

Im Gespräch. Foto: DWA BW
Vordergrund v.l.n.r. Cornelia Haag (DWA-LV BW), André Hildebrand (Geschäftsführer des DWA Landesverbands Baden-Württemberg), und Franz Untersteller MdL, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Den ausführlichen Presseartikel können Sie hier herunterladen: (PDF)
Artikel aus den BNN (Badische Neueste Nachrichten): (PDF)
Artikel aus dem Amtsblatt Ettlingen: (PDF)

... und als Abschluss können Sie sich mit einem kurzen Film einen Eindruck über den Besuch des Umweltministers verschaffen: Film ab!

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